1. Oktober 2020

Gota fría – Herbst- und Frühjahrsstürme auf Mallorca

Gota fría

Gota fría – der “Kaltlufttropfen” ist ein Wetterphänomen, das sich im Herbst und Frühjahr im Mittelmeerraum beobachten lässt. Sehr kalte Polarluft strömt über Westeuropa in großer Höhe Richtung Süden. Über dem Mittelmeer trifft diese Front auf wärmere und feuchte Luft. Heftiger Regen, oft begleitet von Gewittern und Sturmböen, ist die Folge.

Besonders Ende des Sommers ist die “Gota fría” für so manche Überschwemmung verantwortlich, da das noch warme Mittelmeer die Kaltfront mit reichlich Wasser versorgt.

Auf Mallorca kommt es durch diese starken Regenfälle immer wieder zu überfluteten oder unterspülten Strassen. Kleine Bäche können die Niederschlagsmengen nicht bewältigen, treten über die Ufer und reißen alles mit, was sich ihnen in den Weg stellt. Obwohl es fast jedes Jahr zu Schäden durch Überschwemmungen kommt, tuen sich die Verantwortlichen schwer, Bäche zu renaturieren und Kanäle zu säubern. Auch die Verunreinigung einiger Buchten durch Abwässer nach heftigen Regenfällen ist ein wiederkehrendes Problem.

September 2020

Auch 2020 wurde der Herbstbeginn mit einer Gota Fría eingeleitet. Über 96 l/m² Niederschlag in 24 Stunden verzeichnete Calvià, gefolgt von 68 l/m2 in Andratx. In zahlreichen Gemeinden Mallorcas kam es zu Überschwemmungen. Windböen von bis zu 68 km/h deckten Dächer ab und Strassen mussten auf Grund von umgestützten Bäumen und Steinschlag gesperrt werden.

Oktober 2018

Sant Llorenç des Cardassar 2018
By Крестоносцы - Own work (Original text: eigene Aufnahme), CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73740270

Am 9. Oktober 2018 wurden weite Teile Mallorcas durch heftige Regenfälle und Sturmböen verwüstet. Viele Bäche und Kanäle hielten den Wassermassen nicht stand, überschwemmten Ortschaften, zerstörten Brücken und Straßen. Besonders betroffen war die Gemeinde Sant Llorenç des Cardassar und Umgebung.
Das Ausmaß der Verwüstungen war verheerend. Dreizehn Menschen verloren ihr Leben in den Fluten.

September 1989

Am 6. September 1989 verwüstete starker Regen mit mehr als 180 l/m² die Ostküste Mallorcas. Besonders betroffen war Porto Cristo mit mehr als 190 l/m² Niederschlag. Fünf Menschen starben in Folge des Sturms.

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