29. September 2020

Der Johannisbrotbaum – Das schwarze Gold Mallorcas

Der Johannisbrotbaum ist der Lieferant des “schwarzen Goldes” Mallorcas. Die Schoten, die früher fast ausschließlich zur Viehfütterung verwendet wurden, werden heute in vielen Bereichen der Industrie benötigt. Die Lebensmittelindustrie verarbeitet das Fruchtfleisch zu preiswertem Kakao-Ersatz und die Samen zu “E 410”, einem Zusatzstoff, der sich in vielen Lebensmitteln findet. Auch die Kosmetik- und Pharmaindustrie hat den Johannisbrotbaum für sich entdeckt.

Kein Wunder also, das der Preis der Schoten in den letzten Jahren stetig gestiegen ist. Im Jahr 2020 lag er bei rund einem Euro pro Kilo. Diese Entwicklung ist auch Kriminellen nicht entgangen: säckeweise wird die Ernte von den Feldern und aus den Lagerschuppen gestohlen.

Johannisbrotbaum Schoten


Die reifen Schoten des Johannisbrotbaumes werden auf Mallorca im September geerntet.

Carob und Carubin

Das Fruchtfleisch, Carob genannt, kann frisch oder getrocknet verzehrt, zu Saft (“Kaftan”) und Sirup verarbeitet werden. Getrocknet und zu Pulver gemahlen ist es geschmacklich dem Kakaopulver ähnlich und kann zu Brotaufstrich verarbeitet oder in Kuchen und Desserts verwendet werden.

Möchten Sie Brotaufstrich oder Sirup einmal probieren? Seit 2015 produziert die Firma Es Garrover de Mallorca verschiedene Produkte aus der Frucht des Johannisbrotbaumes.

Die Samen (Carubin) wurden in der Antike verwendet, um das Gewicht von Diamanten zu bestimmen. Bis heute verwenden wir daher die Maßeinheit “Karat”.

Heute werden die Samen zu Johannisbrotkernmehl verarbeitet, welches als Lebensmittelzusatzstoff industriell eingesetzt wird.

Porc negre – das schwarze Schwein

Das porc negre mallorquín, eine besondere Schweinerasse Mallorcas, wächst und gedeiht in Freilandhaltung. Auf den Weiden der Tiere stehen die Johannisbrot- und Feigenbäume als Schattenspender und Futterlieferant. Das Fleisch der Tiere ist herrlich aromatisch und wird unter anderem für Mallorcas Wurstspezialität Sobrasada verwendet.

Der Johannisbrotbaum – ein bisschen Botanik

Der immergrüne Baum (Ceratonia siliqua) kann bis zu hundert Jahre alt und bis zu 20 Metern hoch werden. Hitze und Trockenheit können im nichts anhaben und auch Schädlinge haben bei ihm keine Chance.

Seine Krone kann einen Umkreis von bis zu 15 Metern beschatten, weshalb er auch gerne in Parkanlagen angepflanzt wird. Auf Weiden dient er als Schattenspender und liefert Futter für die Tiere.

Ein Baum liefert durchschnittlich rund 75 kg Früchte, kann aber auch bis zu 250 kg produzieren, je nach Standort und Alter. Die Schoten werden manuell geerntet, indem, wie bei der traditionellen Olivenernte, mit Stöcken gegen die Zweige geschlagen wird.

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