29. September 2020

Die Talayot-Kultur Mallorcas

Eingang zu Grabungsstätte Ses Païsses

Die neusten Forschungsergebnisse legen nahe, das die Insel Mallorca im dritten Jahrtausend v. Chr. besiedelt wurde. Funde belegen, dass die Siedler das Land bearbeiteten und Keramikgefäße herstellten. Vermutlich brachten Sie auch einiges Vieh, wie Ziegen, Schweine und Schafe mit auf die Insel. Die Menschen dieser Zeit lebten in natürlichen Höhlen und Hütten. Überreste der Wohnstätten kann man nicht nachweisen.

Später lernten die Siedler Kupfererz abzubauen und verwendeten Stein als Baumaterial. Eine Gruppe von Hütten in Valldemossa belegen diese Entwicklung.

In den ersten Jahrhunderten des zweiten Jahrtausends v. Chr. begann auch auf Mallorca die Bronzezeit. Zur Erstellung von Bronze muss Kupfer mit Zinn versetzt werden. Da es keine Zinnvorkommen auf Mallorca gibt, geht man davon aus, dass das Erz über den Seeweg auf die Insel kam.

Beginn und Ende der Talayot-Kultur

Ab etwas 1300 v. Chr. entstehen die ersten Turmbauten aus Stein, die Talayot (spanisch) oder Talaiot (katalanisch). Der Archäologe Joan Ramis aus Menorca leitete daraus den Begriff Talayot-Kultur ab. Mit der römischen Eroberung der Insel im Jahr 123 v. Chr. endet das Zeitalter der Talayot-Kultur.

Türme und Siedlungen der Talayot-Kultur

Auf Mallorca sind noch eine große Anzahl dieser Türme zu finden. Auch können Sie die Überreste einiger Siedlungen dieser Zeit besichtigen.

Ses Païsses

Eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätte liegt im Südosten der Insel nahe der Stadt Artà. ‘Poblat Talaiòtic de Ses Païsses’ wird der Eisenzeit zugerechnet und wurde vermutlich ab dem Beginn des 1. Jahrtausends v. Chr. bewohnt.

Die Siedlung kann Montag bis Freitag zwischen 10:00 und 17:00 Uhr besichtigt werden und am Samstag zwischen 10:00 und 14:00 Uhr. An Sonn- und Feiertagen ist die Ausgrabungsstätte geschlossen. Der Eintritt beträgt 2EUR (Stand 2019). Sie sollten feste Schuwerk tragen, da der Rundgang nicht befestigt ist.

Die Siedlung ist von einer Mauer umgeben. Man betritt die Anlage durch eines der ehemals 3 Tore dieser Befestigungsmauer. Die Ausgrabungsstätte liegt idyllisch in mitten eines Steineichenwaldes. In der Mitte befinden sich die Überreste des Talayot und des angeschlossenen Heiligtums.

Stadttor der Ausgrabungsstätte Ses Païsses in Artà
Das Eingangstor zur Ausgrabungsstätte. Hier kann man die Bauweise der Megalith Kultur besonders gut erkennen. Die Talayot Kultur verwendete große, unbehauene Steine ( Megalithen) zur Errichtung ihrer Gebäude.
Ein Gebäude der Anlage mit viereckigem Grunsriss.
Im Zentrum der Siedlung findet sich der Talayot. Ob er religösen Zwecken diente oder als Lager genutzt wurde, ist nicht bekannt.

Poblat talaiòtic de s’Illot

An der Ostküste Mallorcas, mitten im Ort s’Ilot befindet sich eine weitere Siedlung der Talayot-Kultur. Diese Ausgrabungsstätte ist frei zugänglich.
Diese Siedlung verfügte über 3 Türme wovon einer im Zentrum der Anlage stand. Dieser Hauptturm weist einen quadratischen Grundriss auf, die anderen beiden Türme haben einen runden Grundriss.
Unweit des zentralen Talayot befand sich ein unterirdischer Zugang zu einem Süßwassersee, der die Siedler mit Trinkwasser versorgte.

Die Siedlung war ab etwa 1100 v. Chr. nachweislich bewohnt und wurde wohl erst in der islamischen Epoche aufgegeben.
Erwähnenswert sind die 5 Türme, die sich in etwa 2km Entfernung zur Siedlung befinden. Sie sind halbkreisförmig angeordnet und dienten vermutlich dem Schutz der Bewohner.

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